Die Weiterentwicklung zur Submediation

Meine Vorgehensweise bei einer Submediation geht über die beschriebenen Ansätze hinaus. Ich halte es für wichtig und zielführend, dass man die Ursachen für Entscheidungen und Verhaltensweise bei allen Beteiligten hinterfragt und, falls die Ursachen und Auslöser für die jeweiligen Haltungen, Überzeugungen und Vorbehalte sehr tief verankert sind, im Unterbewussten reframt, neu bewertet und „auflöst„.

Hintergrund meiner Einschätzung ist die Erfahrung und die daraus resultierende Überzeugung, dass in Situationen, die eine Mediation erforderlich erscheinen lassen, eher selten rationale Fakten zu einer verfahrenen Situation führen, sondern fast immer emotionale Reaktionen, die auf unterbewusste Verhaltens- und Reaktionsmuster zurückzuführen sind.

Die Herausforderung bei der Submediation besteht darin, alle Beteiligten dafür zu gewinnen, die wahren Ursachen und Auslöser, die tief im Unterbewussten verankert sind und meistens auf frühkindlichen Erfahrungen beruhen, zu analysieren und mit den aktuell „schwierigen“ Situationen in Verbindung zu bringen, um eine Neubewertung unter einem anderen Blickwinkel zu ermöglichen.

Ich nenne meine Vorgehensweise Subconscious-Mediation kurz Submediation, weil man sich dabei nicht nur die gegenüberstehenden Parteien und deren Einschätzungen und Erwartungen ansieht, sondern sehr viel tiefer geht und die im Unterbewussten (subconscious) verankerten Auslöser und Gründe für die Reaktionen und Kontroversen analysiert.

Die Submediation ist insbesondere für Situationen geeignet, die so verfahren sind, dass eine normale Mediation kaum noch Aussicht auf Erfolg hat. Der „Nachteil“ der Submediation ist aber, dass die Beteiligten bereit sein müssen, sich ihren unterbewussten Glaubensmustern, Blockaden und Ängsten zu stellen, um sie mit Hilfe der Submediation aufzulösen.

Dabei ist die Vorgehensweise im ersten Schritt ähnlich wie bei der Shuttle-Mediation; es werden alle Beteiligten unter vier Augen befragt, wobei der Fokus nicht darauf ausgerichtet ist, „was“ der jeweils Beteiligte sagt, sondern vor allem, „wie“ es gesagt wird, welche Emotionen eine Rolle spielen und wie der Antagonist „gesehen“ wird.

Sobald man alle Fakten zusammengetragen und alles „emotionale Beiwerk“ separiert hat, folgt als nächster Schritt, herauszufinden, was die Auslöser und die Hintergründe für das „emotionale Beiwerk“ sind, denn erst wenn diese „Baustellen“ hinterfragt und beseitigt sind, ist es allen Beteiligten möglich, die Dissenssituation emotionsfrei und faktenorientiert zu betrachten.
Eine solche Submediation ist in praktisch allen Lebensbereichen anwendbar, also im Familienumfeld, bei gesellschaftlichen Dissonanzen usw., ist aber speziell entwickelt worden für den Business-Bereich, weil der Aufwand einer solchen Submediation erheblich ist.