Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung

Wie haben Sie als kleines Kind laufen oder sprechen gelernt? War es schwierig? Haben Sie beim ersten Misserfolg aufgegeben? Oder sind Sie „dran geblieben“, bis Sie es konnten? Was hat dazu geführt, dass Sie es trotz aller Schwierigkeiten immer weiter versucht haben?

Die Antwort ist einfach. Sie hatten zum einen keinen Zweifel, dass Sie laufen und sprechen lernen werden, zum anderen war es nicht Ihr Ziel, zu laufen und zu sprechen, sondern es war Ihr Ziel, irgendwo hin zu kommen und kommunizieren zu können, um Ihre Wünsche verständlich machen zu können. Das Laufen und das Sprechen selbst waren dafür nur notwendige Hilfsmittel, die Sie unterbewusst „erlernt“ haben. Sie haben das, was Ihre höchste Relevanz genoss, ohne große Anstrengung gelernt. Zumindest mussten Sie dafür zu keinem Zeitpunkt bewusst „Ihren inneren Schweinehund überwinden“.

Wie ist es heute, wenn Sie etwas lernen „müssen“, z.B. eine Fremdsprache? Fällt Ihnen dies auch so leicht, wie in Ihren ersten Lebensjahren? Wahrscheinlich nicht, aber woran liegt das?

Zum einen spielt auch hier wieder die Relevanz eine Rolle. Würde das Erlenen der Fremdsprache notwendig sein, damit Sie sich mit Ihrem Traumpartner unterhalten können, dann würde das Erlernen der Sprache keine Arbeit für Sie bedeuten, weil Sie nur das Ziel im Auge haben, sich mit Ihrem Traumpartner austauschen zu können.

Ist jedoch das Erlernen der Sprache nicht so relevant, sondern Sie machen es nur, weil es von Ihnen „erwartet“ wird, dann wird das Erlernen der Sprache fast schon zur Qual, zumindest für viele. Wollen ist einfacher, als müssen.

Ich selbst habe dies in einer vergleichbaren Situation erlebt. Ich wollte Schach spielen lernen. Und zwar so gut, dass ich gegen meinen Vater gewinne. Das Durchwälzen von unzähligen Schachbüchern fiel mir dabei leicht, weil es mein oberstes Ziel war, gegen meinen Vater zu gewinnen. Diese hohe Relevanz hat das Lernen leicht gemacht. Und natürlich habe ich mein Ziel erreicht.

Der zweite Punkt ist die Art des Lernens. Wenn Sie „unterbewusst“ lernen, z.B. indem Sie sich wochenlang in diesem Land aufhalten und jeden Tag hören, wie um Sie herum gesprochen wird, dann werden Sie gar nicht anders können, als die Sprache immer besser zu verstehen. Nach einiger Zeit werden Sie in der Fremdsprache träumen. Sobald Sie jedoch versuchen, die Grammatik und die Vokabeln bewusst zu pauken, wird es Ihnen schwerer fallen, die Sprache zu verinnerlichen.

Was lernen wir daraus? Zum einen muss es Ihnen wirklich wichtig sein, etwas zu lernen, zum anderen sollte das Lernen „unterb­ewusst“ erfolgen. Nicht zuletzt ist es natürlich wichtig, dass man glaubt, dass man diese Aufgabe meistern wird.

Hier setzt die Submediation an. Es ist weder richtig, mit viel Aufwand eine Lösung zu suchen, noch alle möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um irgendetwas „durchzudrücken“ oder für sich selbst zum Vorteil zu verhandeln. Die wirklich guten Vereinbarungen sind immer „einfach„, nämlich so, dass sich jeder dabei gut fühlt.

Um dies erreichen zu können, muss man wissen, was das Gegenüber, z.B. der Verhandlungspartner, wirklich-wirklich-wirklich will. Es geht dabei nicht darum, was er sagt, was er will, sondern darum, zu wissen, was er tatsächlich unterbewusst anstrebt.

Ich möchte diesen Gedanken zwei Beispielen erläutern.

  • Wenn mir meine Frau sagt, dass sie friert, ist es nicht ihr Ziel, dass ich ihr eine Jacke hole. Tatsächlich möchte sie etwas völlig Anderes, nämlich in den Arm genommen zu werden, wenn ich ihr die „vermutete“ Jacke bringe.
  • Ein Spieler wie Christiano Ronaldo pocht nicht deshalb darauf, das höchste Gehalt aller Fußballspieler zu bekommen, weil er ansonsten darben müsste, sondern es geht ihm darum, die durch das Gehalt (zumindest gefühlt) einhergehende Anerkennung zu bekommen.

Wenn also z.B. ein Verhandlungspartner darauf pocht, z.B. unbedingt einen Vertragsbestandteil durchsetzen zu wollen, dann hängt dieses „Wollen“ sehr selten mit der Wichtigkeit dieses Punktes zusammen, sondern viel mehr mit dem damit verbundenen „Gefühl„, „aus welchem Grund auch immer“ obsiegt zu haben. Wenn man dieses Gefühl entweder auf anderem Wege erreichen oder womöglich sogar obsolet macht, dann ist eine Lösung fast immer sehr schnell möglich.

Um dies aber überhaupt erreichen zu „können“, muss man genau wissen, was jemanden antreibt, was die Motivation ist, woher das „Wollen“ kommt und was das eigentliche Ziel ist, z.B. Respekt und Wertschätzung. Und genau dies ist die Aufgabe der Submediation, nämlich die unterbewussten Antriebsfedern herauszufinden und in einen Einklang zu bringen.